Nach der 0:2-Niederlage am Samstag hat sich der ​VfB Stuttgart überraschend von seinem Trainer Hannes Wolf getrennt. Wie nun bekannt wurde, hatten einige Aussagen von Sportvorstand Michael Reschke bereits zuvor in dem jungen Fußballlehrer Zweifel über eine gemeinsame Zukunft gesät​.


Vor einer Woche war Wolf Gast im ZDF Sportstudio und ​wurde mit einer Video-Aussage von Reschke konfrontiert, in der der 60-Jährige seinen Trainer öffentlich in Frage stellte. Mit der Aussage, man müsse  "in der Woche über spielerische und taktische Alternativen sprechen", wurde die Autorität des 36-Jährigen untergraben.


Gegenüber der BILD äußerte sich Hannes Wolf am Samstag nochmals zu der Aussage seines ehemaligen Chefs und bestätigte, dass das Statement für Unruhe im Umfeld des VfB sorgte. "Auch wenn Michaels Aussage nicht so gemeint war, wie sie von vielen interpretiert wurde. Aber dieser Satz war einfach nicht mehr einzufangen", so der Aufstiegstrainer.

​Reschke bereute seine Aussagen gegenüber der BILD jedoch nicht - nach seiner Darstellung war der Trainer selbst nicht mehr davon überzeugt, dass er der richtige Mann dafür sei, bei den Schwaben noch einmal das Ruder rumzureißen: "Hannes hat das Gespür gehabt, es fehlen ein paar Prozent. Er hat gesagt: ,Wenn ihr denkt, es braucht einen neuen Impuls, dann trage ich es mit.‘“


Durch die offen kommunizierten Selbstzweifel des gebürtigen Bochumers fühlten sich die Verantwortlichen beim VfB dazu veranlasst, einen Schlussstrich zu ziehen. Hätte der ehrgeizige Fußballlehrer mit seiner Meinung mehr hinter dem Berg gehalten, hätte er womöglich noch ein Endspiel gegen den VfL Wolfsburg erhalten. Unmittelbar nach Abpfiff hatte Reschke auf die Frage nach einem möglichen Rausschmiss noch geantwortet: "Das würde ich im Moment komplett ausschließen."