Durch einen 30-Meter-Fernschuss von Yunus Malli gewinnt der VfL Wolfsburg das Niedersachenderby in Hannover. '96'-Keeper Philipp Tschauner sah dabei äußert unglücklich aus, will aber selbst keinen Torwartfehler erkannt haben. Sein Trainer ließ dagegen leichte Kritik durchblitzen. Mallis "Flatterball" war aber nicht der einzige Aufreger.


Das ​​Niedersachsenderby zwischen Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg hatte zwei Aufreger zu bieten. Während der eine laut Trainer André Breitenreiter "kein Grund für die Niederlage" von Aufsteiger Hannover war, hatte der andere spielentscheidenden Charakter: Als Wolfsburgs Spielmacher Yunus Malli in der 72. Minute aus rund 30 Metern abzog, flatterte sein Schuss zwar gewaltig, dennoch hätte '96'-Kapitän Philipp Tschauner im Tor der Hausherren den Ball irgendwie entschärfen müssen. Stattdessen senkte sich das Spielgerät über seine 'Doppelfaust' hinweg relativ zentral in seinen Kasten.

"Super, dass ich den Ball so gut getroffen habe", freute sich Malli nach der Partie über den einzigen Treffer des Spiels. "Auf diesem Feld war das nicht so einfach", meinte der türkische Nationalspieler. Er könne sich nicht erinnern, "jemals auf einem schlechteren Platz gespielt zu haben.“


Mit Mallis Aktions des Tages holte der VfL im "Sandkasten" von Hannover einen wichtigen Dreier, um sich im Tabellenkeller bis auf sechs Zähler von Werder Bremen auf dem Relegationsrang absetzten zu können. Hannover verpasste dagegen die Chance, den Klassenerhalt schon so gut wie sicher zu machen und sogar am oberen Drittel dranzubleiben.


Vor nur 34.300 Zuschauern war ein ansehnliches Spiel auf dem katastrophalen Geläuf nicht möglich. "Der Platz ist der Wahn­sinn“, meinte etwa Hannover-Goalgetter Niclas Füllkrug. Kapitän Tschauner hatte "das Gefühl, dass der Platz immer schlechter wird." Und dennoch sollte das Spielfeld für Hannover-Trainer Breitenreiter "keine Ausrede" sein. So kam man schnell wieder auf das viel diskutierte Tor des Tages zu sprechen.


"Ich war kein Torwart" - Breitenreiter lässt Kritik an Tschauner durchblitzen


Beim VfL war man einfach nur froh über den Sieg, unter den Hannover-Protagonisten herrschten dagegen durchaus unterschiedliche Sichtweisen zur spielentscheidenden Szene. "Ich kann die Situation nicht einschätzen, ich war kein Torwart", sagte Breitenreiter zwar und nannte den 1:0-Treffer einen "Flatterball mit einer sehr schwierigen Flugkurve." Kritik an seinem Keeper ließ er dennoch durchblitzen: "Aus dieser Entfernung gab es schon Tage, an denen man so einen Ball halten kann", so der 44-Jährige.


Sein Torhüter wollte dagegen keinen Fehler erkannt haben. "Das war ein 50:50-Ball. Der flattert ohne Ende und fällt hinter mir rein. Ärgerlich, dass das heute das Spiel entschieden hat. Der Ball hatte eine brutale Flugkurve“, befand Tschauner. "Das Ärgerliche ist, dass mich alle für eine sensationelle Parade feiern, wenn ich den Ball an die Latte lenke. Ich hätte ihn gerne an die Latte gelenkt, aber so heißt es, dass ich da dran sein muss", schob er hinterher. Der '96'-Kapitän wusste wohl schon da, dass nicht alle seine Meinung vom "50:50-Ball" teilen würden.