Das 0:0 gegen Hertha BSC war das fünfte Bundesligaspiel in Folge, in dem Werder Bremen sieglos blieb. Kurz vor dem Ende der Transferperiode haben die Bremer noch immer keinen Neuzugang in der Offensive verpflichten können, der der Mannschaft von Florian Kohfeldt, die erst 16 Tore erzielt hat, unter die Arme greifen kann. Nach dem Spiel offenbarte Frank Baumann allerdings, dass man vermutlich nicht nur einen Spieler verpflichten wird.

Nach dem torlosen Remis gegen Hertha BSC steckt Werder Bremen weiterhin fest im Abstiegskampf. Die Mannschaft von Florian Kohfeldt belegt auch nach dem 20. Spieltag den Relegationsplatz und hat nur einen Punkt Vorsprung auf den Hamburger SV, der aktuell auf Platz 17 rangiert. Wenig verwunderlich, dass der Cheftrainer des SVW nach der Partie auf deichstube.de mit folgenden Worten zitiert wird: "Das ist ein Überlebenskampf, auf den wir alles ausrichten müssen."

SV Werder Bremen v Hertha BSC - Bundesliga

     Mit der aktuellen Punkteausbeute unzufrieden: Werder-Trainer Florian Kohfeldt

​Der 35-Jährige kritisierte vor allem den mangelnden Realismus: "
Ich habe das Gefühl, dass sich in der Stadt so etwas ausgebreitet hat, dass wir wieder guten Fußball spielen, so wie er zu Werder passt." Dabei werde "verdrängt, dass wir 16. sind", so Kohfeldt. Doch um die tabellarische Situation zu verbessern, braucht Werder offenbar eins: Neuzugänge.

​Die konnte man bislang noch nicht präsentieren. Zwar schien man an 
​Martin Harnik und Martin Braithwaite interessiert zu sein, doch Hannover 96 und der FC Middlesbrough waren nicht daran interessiert, ihre Stürmer ziehen zu lassen. Hinzu kommt der voraussichtliche Abgang von Lamine Sane, der durch einen ​disziplinarischen Fehltritt mit hoher Wahrscheinlichkeit sein Ende in Bremen provoziert hat.

​Daher mahnte Kohfeldt: "Meine Kernbotschaft ist: Die Situation ist richtig gefährlich. Es werden immer weniger Spiele." Er "warne davor, sich der Situation nicht bewusst zu sein" und verdeutlichte: "Der Mai ist nicht mehr weit." Was Neuzugänge betrifft, sei er mit Frank Baumann "im engen Austausch." Allerdings, so Kohfeldt, werde er ihn "nicht bitten, das Portemonnaie aufzumachen."

Im aktuellen Sportstudio gab sich Sportchef Baumann weiterhin ruhig: "Grundsätzlich haben wir gesagt, dass wir gerne noch einen gewissen Spielertypen dazunehmen würden, um unsere Möglichkeiten zu erweitern", so der 42-Jährige. Auf die Gegenfrage, ob man dabei einen Spieler für den Angriff in Betracht ziehe, antwortete er: "Vielleicht darüber hinaus auch noch andere Spieler. Das muss man sehen." Wie von der Bild berichtet wird, habe man möglicherweise schon neues Personal in der Hinterhand: "Wir glauben, dass wir bis Mittwoch noch einen Spieler verpflichten können", wird Baumann zitiert.

Doch unabhängig davon, ob man bereits kurz vor der Verpflichtung neuer Spieler steht oder nicht: Den Verantwortlichen von Werder Bremen bleibt nicht mehr viel Zeit. Am Mittwoch schließt das Transferfenster. Danach müssen die Spieler nicht nur gute Leistungen abrufen, sondern auch Punkte sammeln, um die abstiegsgefährdeten Bremer erneut zu retten.