Walace bleibt beim HSV. Was Sportdirektor Jens Todt gestern bestätigte, ist spätestens seit der heutigen Pressekonferenz von Trainer Bernd Hollerbach Gewissheit. Der 48-Jährige setzt nach einigen Gesprächen auf den zuvor wechselwilligen Mittelfeldspieler, der nun einen Neustart an der Elbe wagt.

Etwas mehr als neun Millionen Euro zahlte der Hamburger SV vor gut einem Jahr an Gremio Porto Alegre, um Walace zu verpflichten. Der 22-jährige Brasilianer sollte im zentralen Mittelfeld für die nötige Stabilität sorgen, konnte sich unter Markus Gisdol zunächst jedoch nicht richtig durchsetzen. In der abgelaufenen Rückrunde kam Walace auf insgesamt elf Pflichtspiele, verbrachte das Ende der Saison jedoch meist auf der Bank.

Die neue Spielzeit versprach Besserung. Nach acht Spieltagen verbuchte Walace sieben Startelfeinsätze und schien endgültig in Hamburg angekommen zu sein, doch in der Folge kam der zweifache Nationalspieler lediglich auf drei weitere Partien. Kurz darauf begann in der Winterpause die Transfer-Posse: Nachdem Jens Todt zunächst betonte, den Spieler nicht abgeben zu wollen, verlängerte der Brasilianer seinen Urlaub und verpasste somit den Start des Trainingslagers, ohne den Verein davon in Kenntnis zu setzen.

Hamburger SV Unveils New Signing Head Coach Bernd Hollerbach

         Schob einem Wechsel den Riegel vor die Tür: Sportdirektor Jens Todt (r.)

​Seitdem buhlte vor allem Flamengo Rio de Janeiro um die Dienste des 22-Jährigen, ein Wechsel kam jedoch ​nicht zustande. Nach der Entlassung von Gisdol standen die Zeichen zunächst weiterhin auf ​Trennung, doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet: "Walace hat uns zugesichert, voll motiviert im Abstiegskampf helfen zu wollen", sagte Sportdirektor Jens Todt laut einem Bericht der Hamburger MorgenpostWalace habe vor allem aufgrund seiner schwangeren Frau einen Wechsel in seine Heimat forcieren wollen, muss jedoch in Hamburg bleiben. Wie berichtet wurde, habe der Verein dem Spieler die Freigabe erteilt, kurz vor der Geburt in seine Heimat reisen zu dürfen.

Vor der Partie gegen Vizemeister RB Leipzig bestätigte Bernd Hollerbach auf der Pressekonferenz am Donnerstag ebenfalls den Verbleib des Brasilianers: "Ich habe mit ihm gesprochen. Er hat nicht so eine gute Zeit gehabt, aber hat natürlich auch Probleme. Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit ihm. Er hat mir gestern noch einmal gesagt, dass er sich für den Verein zerreißen wird." Dies jedoch erwarte der Neu-Trainer nicht nur von ihm: "Das erwarte ich von ihm wie von allen anderen Spielern auch."

​Bis dahin soll er seinen Teil dazu beitragen, dass der Abstieg des HSV erneut verhindert wird: "
Was ich von ihm in dieser Woche gesehen habe, war positiv. Deshalb gehe ich da ohne Vorbehalte ran. Er macht einen sehr guten Eindruck", so Hollerbach. Walace sei "ein Spieler, auf den wir setzen können, der wichtig für die Mannschaft ist."

​Der Verbleib von Walace hängt also vor allem mit der Verpflichtung von Bernd Hollerbach zusammen. Der 48-Jährige ließ den defensiven Mittelfeldspieler fast immer im A-Team agieren, eine Rückkehr in die Startelf ist demnach wahrscheinlich. Gut ein Jahr nach seinem Wechsel zum HSV steht er also bei einem Neuanfang in Hamburg und könnte unter Hollerbach, sofern er seine Leistungen aus dem Training auch in der Bundesliga zeigt, endgültig zum Stammspieler reifen.