Die Skepsis überwog bei vielen, als Florian Kohfeldt nach kurzer Interimszeit das Cheftraineramt bei Werder Bremen zugesprochen wurde. Inzwischen sind die Kritiker aber weitgehend verstummt, eine deutliche Entwicklung ist unter dem ehemaligen Bremer Amateurtrainer zu erkennen. Diese hängt wiederum mit einigen disziplinarischen Maßnahmen zusammen.


Neben dem Platz gilt Florian Kohfeldt als lockerer Typ, der für fast jeden Spaß zu haben ist. Sobald es jedoch ernst wird, ist mit dem 35-Jährigen nicht mehr zu spaßen. Einsatzwille und Disziplin sind für ihn die grundlegenden Tugenden, worauf er auch bei den Bremer Profis großen Wert legt.


Neben Pünktlichkeit ist Kohfeldt besonders ein gemeinsames Mittagessen wichtig. Die Kommunikation der Mannschaft soll im Vordergrund stehen. Unterhalten werden darf sich entweder auf Deutsch oder Englisch – bei zwölf verschiedenen Nationen im Kader. „Für mich ist Essen nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern ein Ort, an dem man sich unterhält“, erklärt Kohfeldt in der Sport Bild.

FC Bayern Muenchen v SV Werder Bremen - Bundesliga

Verlangt seinen Spielern viel Disziplin ab: Florian Kohfeldt


Und weiter: „Das ist eine gewisse Kultur und fördert den Zusammenhalt.“ Hält sich ein Spieler nicht an die Regeln des Trainers, muss er in die Mannschaftskasse einzahlen. So auch bei einem Verstoß gegen die Handyregel, die besagt, dass Smartphones beispielsweise in den Physiotherapie-Räumen nicht benutzt werden dürfen.


Das wurde selbst Kohfeldt schon mal zum Verhängnis. „Die aufgestellten Regeln gelten natürlich auch für den Trainerstab“, meint er. Als der Übungsleiter nach einem Spiel unerlaubt telefonierend erwischt wurde, musste er 50 Euro in die Mannschaftskasse zahlen. Mit der richtigen Mischung will Kohfeldt zum Bundesliga-Klassenerhalt. Die Auftritte in den vergangenen Wochen machen Mut.