​Seit der vergangenen Woche ist die Zukunft von Leon Goretzka endgültig geklärt. Der Nationalspieler wird den FC Schalke 04 nach der laufenden Saison verlassen und ablösefrei ​zum FC Bayern München wechseln. Der 22-Jährige ist ein Paradebeispiel für die Transferphilosophie, welche der deutsche Rekordmeister seit geraumer Zeit verstärkt verfolgt. 


In den vergangenen zwei Jahren hat bei den Verantwortlichen des FC Bayern in Sachen Transferpolitik ein Umdenken stattgefunden. Die Münchner setzten zuletzt weniger auf ausländische Profis. Stattdessen rückten beim Bundesliga-Primus wieder deutsche Nationalspieler in den Vordergrund. Den Anfang machte im Sommer 2016 Mats Hummels, der für 35 Millionen Euro von Borussia Dortmund verpflichtet wurde. 


Während die Bayern mit dem Innenverteidiger einen gestandenen Nationalspieler und Weltmeister verpflichteten, ging der Trend im vergangenen Sommer hin zu Jung-Nationalspielern. Neben Niklas Süle (22, TSG 1899 Hoffenheim) sicherte sich der FC Bayern auch die Dienste von Serge Gnabry (22, SV Werder Bremen), der für die laufende Saison nach Hoffenheim ausgeliehen ist. Den beiden Youngstern wird nicht nur in der Nationalmannschaft eine große Karriere vorausgesagt. 

Borussia Dortmund v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Sebastian Rudy (l.) und Niklas Süle wechselten im letzten Sommer nach München


Mit Hoffenheims Sebastian Rudy wechselte ein weiterer Nationalspieler in die bayerische Landeshauptstadt. Bundestrainer Joachim Löw begrüßte die Einkaufspolitik des deutschen Rekordmeisters. "Die Bayern hatten ja schon einmal eine Phase, in der sie sieben oder acht deutsche Nationalspieler im Kader hatten. Diese Idee scheinen sie jetzt wieder zu verfolgen", erklärte Löw im vergangenen Juli gegenüber der tz und dem Express. "Ich finde, das ist eine gute Politik, denn bei den Bayern wird der Erfolgsdruck vorgelebt." Davon könnten die Spieler enorm profitieren. 


In der Winterpause verstärkte mit Sandro Wagner (TSG 1899 Hoffenheim) ein weiterer DFB-Kicker den Münchner Kader. Mit Goretzka können die Bayern im kommenden Sommer den nächsten Löw-Schützling begrüßen. Der 22-Jährige war im vergangenen Jahr einer der großen Shootingstars der DFB-Auswahl und wird als zukünftiger Führungsspieler gesehen. "Wenn Leons Entwicklung so weitergeht, kann er zum torgefährlichsten Mittelfeldspieler Deutschlands werden", sagte sein einstiger Förderer Peter Neururer Ende Oktober gegenüber t-online.de.