​Der FC Bayern München hat am kommenden Spieltag die TSG 1899 Hoffenheim zu Gast. Für Niklas Süle ist die Partie gegen seinen Ex-Verein eine ganz besondere. Siebeneinhalb Jahre lang lief der Innenverteidiger für die Kraichgauer auf, ehe er im vergangenen Sommer zum deutschen Rekordmeister wechselte. In einem ​Interview hatte der 22-Jährige viele lobende Worte für die Hoffenheimer Jugendarbeit und TSG-Coach Julian Nagelsmann übrig. 


"Es ist ein besonderes Spiel, aber noch spezieller war für mich das Hinspiel am dritten Spieltag", erklärte Süle gegenüber t-online.de. "Nach so kurzer Zeit beim FC Bayern so viele bekannte Gesichter wiederzusehen, war schon komisch." Bei der 0:2-Niederlage in Hoffenheim saß der Nationalspieler 90 Minuten lang auf der Bank. 


Mit einigen Spielern und Mitarbeitern der TSG habe der 22-Jährige regelmäßig Kontakt. Eine besondere Beziehung bestehe zu den "Physiotherapeuten und Reha-Trainern, die mich vor drei Jahren in der schweren Zeit nach meinem Kreuzbandriss betreut haben."

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Niklas Süle (r.) bejubelt mit Julian Nagelsmann (l.) seinen Treffer gegen Hertha BSC


Seinen ehemaligen Trainer lobte der Defensivspieler in den höchsten Tönen: "Julian Nagelsmann ist ein junger, ambitionierter Trainer, der sehr viel Ahnung von Fußball hat, eine gute Ansprache, eine spannende Spielidee." Zudem sei die TSG ein hervorragender Ausbildungsklub, der seinesgleichen sucht. 


"Zuletzt haben sie wieder drei Spielern aus der Jugendabteilung Profi-Verträge gegeben. Genau das ist der Hoffenheimer Weg", betonte der Rechtsfuß. "Ich kenne keine Mannschaft auf der Welt, die in den letzten ein bis zwei Jahren so viele junge Spieler in die Profi-Mannschaft integriert hat." Es sei eine große Leistung, dass manche Akteure die Chance bekommen, sich einem Top-Klub wie dem FC Bayern anzuschließen. 


Süle warnte trotz der guten Ausgangslage in der Bundesliga und im DFB-Pokal davor, die beiden Wettbewerbe auf die leichte Schulter zu nehmen. "Uns stehen noch 15 Spiele in der Liga bevor, da dürfen wir nicht lockerlassen. Und unser Pokal-Gegner Paderborn steht nicht von ungefähr im Viertelfinale", gab der Innenverteidiger zu Protokoll. "Das klingt nach einem vermeintlich leichten Los, kann aber sehr gefährlich sein." 


Im Champions-League-Achtelfinale gilt es, Besiktas Istanbul keinesfalls zu unterschätzen. "Das Beispiel RB Leipzig sollte uns Warnung genug sein. RB hat beide Spiele gegen Besiktas verloren, das sagt alles über die Qualität aus." Für den 22-Jährigen wäre es ein Traum, mit dem FC Bayern einen Titel zu gewinnen.

Großen Anteil am Erfolg der letzten Monate hat Cheftrainer Jupp Heynckes, der laut Süle bei jedem Spieler extrem hohes Vertrauen genießt. "Er hat viele Gespräche geführt und jedem das Gefühl gegeben, von Bedeutung zu sein", erklärte der Sommer-Neuzugang, der im Training vom 72-jährigen Übungsleiter auf "sympathische Art Feuer" bekommt.


"Da wird es schon mal ab und zu laut im Training. Vielleicht liegt er damit auch nicht so verkehrt (lacht). Grundsätzlich finde ich es sehr gut, dass ​er sehr viel von mir verlangt, mir gleichzeitig aber auch vertraut", sagte der gebürtige Frankfurter. Mit seinen Einsatzzeiten ist der Ex-Hoffenheimer zufrieden: "Ich komme oft zum Einsatz, darf mich zeigen. Das ist für einen jungen Spieler wie mich sehr wichtig. Ich brauche die Minuten auf dem Platz, um mich weiterzuentwickeln."