Hertha BSC eröffnet am Freitagabend den 19. Bundesliga-Spieltag gegen den BVB. Trainer Pal Dardai muss in seiner Startelf einige schwierige Entscheidungen treffen. Die Rückkehr des "Königs-Transfers" von 2016 kündigt sich an. Derweil wurden sechs Profis bereits am Donnerstag aus dem Kader gestrichen und müssen bei der U23 ran.


28 Spieler zählt Profi-Kader von Hertha BSC. Mit Karim Rekik, dem Abwehrchef der Hinrunde, fällt derzeit nur ein potenzieller Stammspieler verletzt aus. Hertha-Coach Pal Dardai hat in einem ausgeglichen besetzten Aufgebot die Qual der Wahl. Gerade in der Besetzung der Offensive hat der Ungar echte ​Luxusprobleme


Valentino Lazaro, Salomon Kalou und Mathew Leckie bildeten bei der 0:1-Pleite in Stuttgart zu Beginn die Dreierreihe hinter Stürmer Davie Selke. Kapitän Vedad Ibisevic, Alexander Esswein und Ondrej Duda lauern dahinter auf einen Platz in der Startelf. Genki Haraguchi schaffte es zum Rückrundenauftakt nich einmal in den Kader. "Genki ist nicht weit weg von der Mannschaft. Alexander Esswein, Mathew Leckie, Genki Haraguchi - das sind ähnliche Spieler, vielleicht war Leckie in dieser Saison einen Tick torgefährlicher. Aber ich kann ja nicht sechs Flügelspieler auf die Bank mitnehmen", erläuterte Dardai auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund sein Dilemma.

Sechs Profis bei der U23 - Dudo von Beginn an?


Am Freitagabend empfängt die Hertha zum Auftakt des 19. Bundesliga-Spieltages den BVB (20.30 Uhr). Schon am Donnerstag zeigten sich die ersten "Opfer des Kaders". Ein Sextett um den Japaner Haraguchi, Julian Schieber, Julius Kade, Florian Baak, Maurice Covic und Sinan Kurt wurden zur U23 geschickt. Dort standen 1.000-Meer-Läufe an. "Wenn man nicht spielen kann, muss man sich trotzdem bewegen", kommentierte Dardai. Die sechs Hertha-Profis müssen sich die Partie gegen den BVB von der Tribüne aus anschauen.


Es bleiben ​schwere Entscheidungen, die Dardai im finalen 18-Mann-Aufgebot treffen muss. Auf der rechten Abwehrseite kehrt Routinier Peter Pekarik zurück und könnte eine Option in der Startelf sein. Mitchell Weiser würde dann wohl eine Position nach vorne rücken. "Peter ist wieder fit, aber es kann sein, dass Mitch hinten bleibt", ließ sich der Hertha-Coach am Donnerstag alle Möglichkeiten offen. 

Der Plan gegen den BVB verriet er gleich mit: "Wir wollen nach vorn verteidigen und hoch stehen. Der Gegner ist schnell, die Wege sind sehr lang. Da muss ich die Schnelligkeit ein bisschen einschätzen." Das dürfte für Weiser als Rechtsverteidiger hinter dem schnellen Leckie sprechen, der in Stuttgart allerdings enttäuschte. Nach seinem furiosen Saisonstart mit vier Toren aus den ersten fünf Liga-Spielen wartet der Australier nun schon seit neun Partien auf einen Treffer.

Im Angriffszentrum hat wohl U21-Nationalspieler Selke die Nase leicht vor Kapitän Ibisevic. Über die linke Seite dürfte erneut Lazaro beginnen, der in Stuttgart noch der Beste aus dem Offensiv-Quartett war. Kalou muss dagegen stark um seinen Platz bangen. Dardai wiederholte am Donnerstag sein ​Lob für Spielmacher Duda ausdrücklich. "Er ist jetzt dynamischer, im Abschluss trifft er ohne Ende, spielt viele gute Pässe in die Tiefe und macht auch mit in der Rückwärtsbewegung. Vielleicht ist das der Moment, um ihn reinzuschmeißen. Wenn er spielt, will ich das Gleiche sehen wie seit ein paar Tagen im Training", forderte der Ungar.


Klingt, als würde Duda eine neue Bewährungschance in der Anfangsformation erhalten. Nachlegen von der Bank kann Dardai dank des ausgeglichenen Aufgebots allemal.