Heute vor 50 Jahren, am 20. Oktober 1971, lieferte Borussia Mönchengladbach das beste Spiel der eigenen Europapokal-Geschichte ab. Vielleicht war es sogar das beste Spiel, das die Fohlen überhaupt jemals absolvierten. In die offiziellen Geschichtsbücher hat es der 7:1-Sieg gegen Inter Mailand dennoch nicht geschafft. Die Partie wurde offiziell annulliert.



An diesem sagenumwobenen 20. Oktober 1971 empfing die Borussia am heimischen Bökelberg Inter Mailand zum Hinspiel des Achtelfinals des Europapokals der Landemeister, also der heutigen Champions League. Die Fohlen machten dabei dem Grundgedanken ihres Spitznamens alle Ehre und führten die Italiener mit ihrer wilden Offensive vor, 7:1 hieß es am Ende.


Seit ich in Gladbach bin, umschwirrt uns der Name Boninsegna und das 7:1 gegen Inter 1971. Max Eberl
Dass dieses Spiel aus den Statistiken gelöscht wurde, tut weh. Man hat uns diesen fantastischen Abend genommen. Rainer Bonhof, via kicker

Allerdings war es vergebene Liebesmüh - ja, wir sprechen hier vom Büchsenwurf. Inter-Spieler Roberto Boninsegna wälzte sich in der 28. Minute nämlich auf dem Boden und war nach eigenen Angaben sofort ohnmächtig - schließlich hatte ihn eine Cola-Dose, geworfen von der Tribüne, am Kopf getroffen. Von Fernsehkameras aufgezeichnet wurde dieser Vorfall nicht (es wurde ohnehin nirgendwo live übertragen), doch die UEFA annullierte die Partie hinterher nach Inters Protest. "Die Spieler hatten von da an Angst", beteuerte Klub-Chef Ivanhoe Fraizolli (via Borussia-Chronik).


Am grünen Tisch hat man gelogen und uns um 7:1 betrogen. Banner der Gladbach-Fans

Eines der besten Spiele in der Geschichte der Gladbacher hat es deshalb offiziell nie gegeben. Stattdessen gab es zwei Wochen später zunächst das "Rückspiel" in Mailand, welches Inter 4:2 gewann. Das Wiederholungsspiel Anfang Dezember auf neutralem Grund im Berliner Olympiastadion endete 0:0, sodass die Gladbacher ausgeschieden waren.