Mit einem sehr mauen Remis sicherte sich Werder Bremen gegen den 1. FC Köln den nächsten Punkt. Die unterirdische Leistung der Gäste konnten die Grün-Weißen kaum übertreffen. Dem Spiel sind manche besorgniserregende Erkenntnisse abzugewinnen.


1. Das Muster aus dem Vorjahr wiederholt sich

Geht es schon wieder los? Werder verpasst das Punktesammeln

Man mag es kaum wahr haben wollen, aber die Muster aus dem Vorjahr scheinen sich zu wiederholen. Nach sieben Spieltagen in der vergangenen Saison stand Werder ebenfalls bei acht Punkten und überwiegend wenig überzeugenden Auftritten.

Nun scheinen die Bremer deutlich besser unterwegs zu seinen, der Blick auf die Zahlen widerlegt dies jedoch. Denn die ganz großen Brocken waren in dieser Spielzeit noch nicht dabei. Vor der Winterpause muss die Mannschaft um Florian Kohfeldt also zusehen, jeden möglichen Punkt mitzunehmen. Auch die sich anschleichenden Personalprobleme sollten sich nicht wiederholen.


2. Werder seit sechs Spielen ungeschlagen

Die Auftritte von Werder zeigen wenige Lichtblicke auf

Trotz der derzeit fehlenden spielerischen Qualität ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Grün-Weißen seit nun sechs Ligaspielen ohne Niederlage sind. Zwar endeten die letzten vier Duelle mit 1:1, dennoch zeugt es von deutlich mehr Konstanz als noch im Vorjahr.

Jeder Punkt tut den Werderanern aktuell gut. Auch das Selbstvertrauen, was man sich mit solch einer Serie erarbeiten kann, war in der vergangenen Rückrunde quasi kaum existent. Da der nächste Gegner Bayern München heißt, kann man jedoch damit rechnen, dass die ungeschlagene Serie bald enden wird.


3. Dem Angriffsspiel mangelt es an Tempo

Kohfeldt muss die Arbeit mit Ball verbessern

Ganze 67 Prozent Ballbesitz standen Werder Bremen am Ende der Partie zugute. Damit konnte die Mannschaft von Florian Kohfeldt aber quasi nichts anfangen. Dem Offensivspiel fehlte es komplett an dem nötigen Tempo, was nicht nur mit den engen Räumen zwischen den Kölner Ketten zu tun hatte.

Der SVW verpasste es, den Ball durch gelungene Kombinationen und die entscheidenden Läufe vor das gegnerische Tor zu bringen. Aus dem Spiel entstand damit so gut wie keine Gefahr. Das muss sich in den kommenden Wochen dringlichst ändern. Vor allem durch den Ausfall von Niclas Füllkrug braucht es einfach andere Lösungen.

Kohfeldt betonte allerdings auch nach dem gestrigen Spiel, dass man von dieser Mannschaft keine spielerischen Kunststücke erwarten darf (via Weser Kurier): "Ganz ehrlich: Es kann doch keiner erwarten, dass wir jetzt den Gegner nach Strich und Faden auseinander spielen. Das ist einfach unrealistisch."


4. Die Defensive findet immer besser zusammen

Vor dem eigenen Kasten ließ Bremen kaum etwas anbrennen

Positiv ist die Bilanz dagegen weiterhin in der Defensivabteilung. Erneut ließ die in einer Dreierformation aufgestellte Abwehr kaum etwas zu, verdichtete die Räume und bewies bei Flanken und Steilpässen die nötige Übersicht. Die Abstimmung, die den Bremern in den vergangenen Monaten immer wieder abging, wird endlich zur Stärke.

Allen voran der wiedergenesene Ömer Toprak und Marco Friedl können mit ihrer Physis und Ruhe überzeugen. Mit den dynamischen Außenverteidigern verfügt die letzte Kette zudem über mehr Variabilität. Zugleich wird aber deutlich, dass für diese Stabilität die große Offensivgefahr geopfert wurde.


5. Moisander ist immer mehr Risikofaktor

Moisander unterlaufen zu viele Fehler

Ein Wackelkandidat in der Abwehr ist jedoch Werder-Kapitän Niklas Moisander, der erneut in der Startelf stehen durfte. Zwar fehlen Florian Kohfeldt aktuell die Alternativen, dennoch muss der Übungsleiter nach anderen Lösungen suchen. Der Finne ist mittlerweile ein Unsicherheitsfaktor geworden.

Ein grober Patzer unterlief ihm schon in Halbzeit eins. Das Eigentor nach einem Freistoß der Gäste war gleichzeitig unglücklich, aber auch enorm vermeidbar. Wird er in dieser Saison jemals wieder an seine Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen?