Dass dem FC Liverpool nach der schweren Verletzung von Abwehrchef Virgil van Dijk die zentrale Säule in der Defensive, wenn nicht gar im gesamten Spiel der Reds, weggebrochen ist, steht außer Frage. Jetzt überlegt der Klub fieberhaft, wie er diesen Ausfall kompensieren kann. Mehrere Szenarien kommen dabei in Frage.


Da wäre einmal die Strategie: Augen zu und durch. Sicherlich die "verantwortungsloseste" (unter rein sportlichen Aspekten betrachtet), denn einen gleichwertigen Ersatz haben die Liverpooler schlicht und einfach nicht im Kader. Weder Joe Gómez noch Joel Matip, und noch weniger der Niederländer Sepp van den Berg, reichen an van Dijks Klasse heran. Zu erwarten, dass es trotzdem weiter gut läuft, wäre mehr ein Akt des Glaubens, als seriöse Managerarbeit.


Liverpool will Mega-Einkauf vermeiden


Aber da ist halt auch der finanzielle Aspekt. Und der nimmt in diesen Corona-Zeiten keinen unwesentlichen Einfluss auf die Kaderplanungen - nicht nur beim FC Liverpool. Denn Kandidaten, denen man zutrauen würde, mehr als nur ein Back-Up des Holländers zu werden, sind teuer. Sehr teuer sogar. Und bei den Reds gibt es durchaus Strömungen, die dafür plädieren, nicht so viel Geld in die Hand zu nehmen.


Womit Kandidaten vom Schlage eines Kalidou Koulibaly, zur Zeit bei der SSC Neapel unter Vertrag, eigentlich schon wieder aus dem Raster fallen. Für den 29-Jährigen rufen die Süditaliener einen Preis von um die 80 Millionen Euro auf. Also in etwa in den Sphären eines van Dijk, der Anfang 2018 für kolportierte 85 Millionen an den Mersey wechselte.


Short-List für relativ "preiswerte" Alternativen


Eher würde es wohl auf eine 1B-Lösung (oder 2A, je nach Blickwinkel) hinauslaufen. Informationen von 90min zufolge, haben die Verantwortlichen bereits eine Kandidatenliste möglicher Transferziele erstellt. Auf dieser erscheinen Namen wie Ozan Kabak (Schalke 04), Pau Torres (Villarreal), Mykola Matvienko (Schachtar Donezk), Jules Koundé (FC Sevilla), deren Marktwerte (gemäß transfermarkt.de) allesamt zwischen 30 und 40 Millionen Euro liegen, und auch Leipzigs Dayot Upamecano.


Letztgenannter könnte wohl im Sommer 2012 für eine fixierte Ablösesumme von um die 50 Millionen Euro wechseln. Doch im Sommer nützt er den Reds nichts mehr. Und um die Leipziger von einem Verkauf ihres französischen Abwehrrecken noch in diesem Winter zu "überzeugen", wären auf ein jeden Fall noch ein paar Millionen Euro mehr fällig.