​Seine Verpflichtung löste Zustimmung im Lager der ​HSV-Fans aus. Mit ​Sonny Kittel, so die allgemeine Überzeugung, habe man einen weiteren Mentalitätsspieler an die Elbe gelockt. Einen, der eklig ist und bissig. Und für den Hamburg nicht einfach nur eine beliebige (und gutbezahlte) Durchgangsstation sein sollte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten scheint der ehemalige Frankfurter jetzt durchzustarten. 


Zweites Pflichtspiel von Anfang an, zweiter Sieg - und zweiter eigener Treffer. Keine Frage: nach einem etwas schleppenden Beginn seiner Hamburger Amtszeit hat sich Sonny Kittel in die Stammelf gespielt. Beim Pokal-Krimi in Chemnitz bewies der 26-Jährige zudem Nervenstärke und Verantwortung und verwandelte den ersten der Hamburger Strafstöße im Elfmeterschießen souverän. Fast so souverän wie er später Antworten fand auf die wiederholte Frage: Warum tat sich der Favorit so schwer? 


"Das war ein typisches Erstrundenspiel im Pokal", so Kittel gegenüber der Mopo. "Der Außenseiter steht tief, haut alles rein. Aber wir haben immer weitergemacht und am Ende verdient gewonnen." Nicht zuletzt dank seiner Mithilfe. Das Tor zur 2:1-Führung der Sachsen beantwortete Kittel mit einem sehenswerten Freistoß unter die Latte. 

Sonny Kittel

Gleich schlägts ein im CFC-Kasten: Sonny Kittel erzielt mit diesem Freistoß den 2:2-Ausgleich beim Pokal-Krimi in Chemnitz



Schon im Liga-Spiel beim 1. FC Nürnberg hatte Kittel mit einem direkten Freistoß das 2:0 erzielt. "Hinter diesen Freistößen steckt viel Arbeit. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft damit helfen konnte. Jetzt weiß kein Torwart, wohin ich schieße."


Fürwahr. Ähnlich wie beim 4:0-Sieg gegen den Club war es eine Art Koproduktion aus Kittels Schuss und der kleinen "HSV-Mauer", die sich vor dem gegnerischen Abwehrriegel postiert hatte und im letzten Moment in Deckung gegangen war. Visierte Kittel am vergangen Montag noch die Torwart-Ecke an, schlenzte er den Ball diesmal zentral über die Mauer und unter die Latte des von Jabukov gehüteten Gehäuses.