​Am 16. August findet in Liverpool eine Tagung der European Club Association (ECA) statt. An diesem Tag haben Vertreter des ​FC Barcelona und von Paris St. Germain die Gelegenheit, sich in der Causa Neymar unter vier Augen zu besprechen. Die Katalanen, so berichtet es die Barça-affine Mundo Deportivo, erhoffen sich an diesem Tag eine Preisvorgabe von der katarischen Führungsriege des französischen Meisters. 


Pikanterie am Rande: Bereits am 11. August, also fünf Tage vor dem avisierten Gipfeltreffen der beiden Klubs, findet das erste Liga-Spiel der Pariser statt. Und zwar vor eigenem Publikum. Ganz Frankreich ist gespannt, wie die PSG-Fans den brasilianischen Superstar im Prinzenpark empfangen werden. 


Barça hofft auf Pfiffe der PSG-Fans


Auch Barças Kalkül zielt auf dieses Premieren-Spiel: Nämlich in der Hoffnung, dass die Fan-Gemeinde mit deutlichen Unmutsäußerungen gegenüber ​Neymar den Druck auf die Vereinsspitze erhöht, den Spieler abzugeben. Und zwar unter Wert. Wer will schon in eine Saison starten mit einem Spieler, der eigentlich weg will, und einer Anhängerschaft, die den Spieler am liebsten eher gestern als heute vom Hof gejagt sehen will?

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Barça-Klubchef Bartomeu (hier bei der Präsentation von Antoine Griezmann)



Doch diese vor allem von der reinen Hoffnung gespeiste Erwartungshaltung der Katalanen um ihren Präsidenten Josep Maria Bartomeu könnte an der Entschiedenheit von PSG-Chef Nasser Al-Khelaifi zerschellen. Der hat in der Vergangenheit mehrmals betont, nichts zu verschenken und für Neymar einen angemessenen Preis zu fordern. 


Kaum einer auf dem Planeten Fußball, der sich auch zwei Jahre danach nicht erinnern würde: 2017 zahlten die Pariser 222 Millionen Euro. An sportlichem Wert hat der Spieler eher nichts eingebüßt (aller außersportlichen Eskapaden zum Trotz), sodass nicht davon ausgegangen werden kann, dass Khelaifi und Co. den Spaniern preislich irgendwie entgegenkommen werden.

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Harter Verhandlungspartner: PSG-Chef Nasser Al-Khelaifi



Und ob der FC Barcelona nach der Verpflichtung Griezmanns und mittlerweile akkumulierten Transferausgaben von über 237 Millionen Euro (via transfermarkt.de) auch noch mal eben mehr als 200 Millionen für den "verlorenen Sohn" ausgeben kann und will, ist zu bezweifeln. 


Entsprechend wird man sich in der Fußball-Welt in Geduld üben und auf den 16. August warten müssen. Nach diesem Tag wird man in der unendlichen Geschichte von Neymar wohl schlauer sein.