​Es füllt sich in der Mannschaftskabine des ​HSV. Das liegt nur bedingt an der hohen Anzahl an Neuverpflichtungen (11). Vor allem auf der Abgabeseite sieht es beim Traditionsklub momentan eher nach Stillstand aus. Für die Aussortierten gibt es bislang keine Angebote. Dies wiederum ist ein Hindernis bei der Suche nach einem treffsicheren Stürmer. 


Keine konkreten Angebote für die Aussortierten


Tatsuya Ito, Vasilje Janjicic, Matti Steinmann, Josha Vagnoman, Gotoku Sakai, Julian Pollersbeck, David Bates - diesen sieben Spielern hat der HSV deutlich gemacht, nicht mehr auf sie zu zählen. Bei entsprechenden Angeboten könnten sie alle den Klub verlassen. Doch es gibt ein Problem: nämlich, dass es keine Angebote gibt. 


Wie die Mopo berichtet, soll lediglich bei Sakai ein gewisses Interesse vom Podolski-Klub Vissel Kobe existieren. David Bates wird immerhin gerüchteweise mit seiner britischen Heimat in Verbindung gebracht. Darüberhinaus blieben jedoch konkrete Angebote bisher aus. Deshalb will das Boulevardblatt auch in Erfahrung gebracht haben, dass der HSV schon darüber nachdenkt, die Streichkandidaten notfalls zum Nulltarif, sprich ohne Ablöseentschädigung ziehen zu lassen. 


Einige der genannten Spieler werden von Familienangehörigen beraten. Gut möglich, dass sich jetzt Sportvorstand Jonas Boldt verstärkt in die jeweiligen Fälle einbringt. Das Ziel ist klar: die Aussortierten sollen weg, und zwar so schnell wie möglich. Mit sieben relativ perspektivlosen Spielern im Kader in eine Saison zu gehen, wäre fahrlässig. Zu groß die Gefahr, dass sie schlechte Stimmung innerhalb der Gruppe generieren und somit die Gesamtatmosphäre vergiften.


Sucht der HSV noch einen Stürmer - oder doch nicht?


Solange diese Situation anhält, ist die Ankunft eines neuen Angreifers erst einmal nicht zu erwarten. Ob überhaupt einer kommt, ist ebenfalls fraglich. Nicht so sehr im Sinne, ob er nötig wäre. Das wäre er nämlich, nach den Eindrücken des ersten Spieltages, auf jeden Fall. 


Doch die letzten Aussagen von ​Dieter Hecking ("Vielleicht holen wir auch gar keinen Spieler mehr. Es ist immer leicht, neue Spieler zu fordern. Wir müssen nicht zwingend noch einen Mittelstürmer verpflichten", via Mopo) haben wieder Zweifel gestreut. Vielleicht sind seine Worte nur taktisch bedingt, um den Druck auf den Verein etwas zu reduzieren und die eigene Verhandlungsposition zu verstärken. Lass die Gegenseite nie wissen, wie dringend du etwas brauchst - die Goldene Regel bei einer jeden ergebnisoffenen Verhandlung. 


Eventuell ist die Aussage des Trainers aber auch in dem Licht der Ankündigung von vor wenigen Wochen zu sehen, als Hecking von Spielern sprach, die bei ihren Vereinen keine Zukunft mehr haben und deshalb zu einer Alternative für den HSV werden könnten. Und solange die Szenarien in den jeweiligen Vereinen ebenfalls nicht geklärt sind, wird es auch beim HSV keine Klarheit geben. 


Entsprechend vorsichtig fällt aktuell die Wortwahl der Verantwortlichen aus. Von "Wir halten weiterhin die Augen offen" bis "Vielleicht passiert gar nichts mehr" ist die gesamte Bandbreite abgedeckt. Und da das Transferfenster ab jetzt noch über einen Monat geöffnet ist, könnte sich das Ganze entsprechend bis in den September hinein dehnen. Dass der HSV dieses Problem nicht exklusiv hat, dürfte für die Macher im Volkspark nur ein geringer Trost sein.