Saison-Auftakt für den großen ​HSV in Liga 2. Wieder vor eigenem Publikum - und wieder ohne Sieg. Geht das jetzt so weiter, wie in der vergangenen Spielzeit? Diese Frage dürften sich gestern die HSV-Fans vor allem in der 46. Spielminute gestellt haben. ​Doch ein paar Dinge machen Mut.


Da wäre zum einen der Auftritt der Mannschaft an sich zu nennen. Ähnlich wie beim Saisonstart vor einem Jahr gegen Holstein Kiel (0:3), legte der HSV auch gegen die Lilien furios los. Zur Halbzeit hätte es locker und leicht 2:0 oder 3:0 für die Rothosen stehen können. Doch weil Hunt und Dudziak auch beste Chancen vergaben, ging es torlos in die Kabinen. 


Unmittelbar nach Wiederanpfiff dann die eiskalte Dusche - 0:1. Auch hier eine gewisse Parallele zum Kiel-Spiel vor Jahresfrist. Doch anders als gegen die Störche vor einem Jahr, ging der HSV diesmal eben nicht unter. 


Zwar zeitigte die Darmstädter Führung durchaus Wirkung auf den Dino, der sich erst nach einigen Minuten wieder berappeln konnte, aber man kam nicht wie anno 2018 völlig aus der Spur. 


Die Einstellung des HSV stimmt


Wurde man damals am Ende von den Kielern fast schon vorgeführt, verbiss sich der HSV gestern in die Partie und kam am Ende - wenn auch unter glücklichen Umständen und mit Hilfe des Videobeweises - noch zum verdienten Punktgewinn gegen den Angstgegner der letzten Jahre (die letzten drei Heimspiele gegen ​Darmstadt 98 konnte der HSV nicht gewinnen). Die Einstellung stimmte also. 


Dazu war auch spielerisch einiges mehr zu sehen, als beim Saisonauftakt im vergangenen Jahr. Besonders schön für alle HSV-Fans: Manuel Wintzheimer (20) scheint nahtlos an die Form des letzten Drittels der Vorsaison anzuknüpfen und holte das Foul zum späten Foulelfmeter heraus, den Aaron Hunt nervenstark zum Ausgleich verwandelte. 

Manuel Wintzheimer

Manuel Wintzheimer holte in der Nachspielzeit den Foulelfmeter heraus...


Aaron Hunt

...den sein Kapitän Aaron Hunt dann nervenstark zum verdienten Ausgleich verwandelte.



Mit Xavier Amaechi (18) wurde zudem am Sonntag der elfte Neuzugang präsentiert. Vom Typ her ein dribbelstarker Eins-gegen-Eins-Spieler mit überragender Schnelligkeit, könnte Amaechi vielleicht schon beim "Club" am kommenden Montag (20.30 Uhr) zu einer weiteren offensiven Alternative für Trainer Dieter Hecking werden. 


Insgesamt war es natürlich ein eher enttäuschender Ausgang für einen HSV, der zum Ligaauftakt unbedingt dreifach punkten wollte. Doch die Mannschaft mit ihren zahlreichen Neuzugängen muss sich auch erst einmal finden. Gestern konnte man erahnen, in welche Richtung es gehen könnte, wenn dieser Findungsprozess bis September abgeschlossen ist.