Nach sechs Monaten beim spanischen Erstligisten Rayo Vallecano ist Franco Di Santo vereinslos. Der Argentinier wartet derzeit noch auf ein attraktives Angebot und bereut im kicker-Interview, den ​FC Schalke 04 kurz vor Ende der Winter-Transferperiode verlassen zu haben.


Dreieinhalb Jahre verbrachte Di Santo, der für sechs Millionen Euro vom SV Werder Bremen verpflichtet wurde, auf Schalke, ehe er aufs Abstellgleis geriet und im Januar ablösefrei nach Spanien transferiert wurde. Mit Rayo Vallecano stieg er aus der Primera Division ab, weshalb er selbstkritisch auf die vergangenen Monate zurückblickt: "Um ganz ehrlich zu sein, glaube ich, dass es ein Fehler war, am letzten Tag der Transferperiode abzureisen, ohne mich vorher genau darüber informiert zu haben, wohin es ging. Ich hätte dableiben sollen, wo ich gearbeitet habe, wie ich es immer für das Team getan habe, ohne die Schultern hängen zu lassen." 


Sich an eine neue Mannschaft und eine neue Liga anzupassen sei in der Kürze der Zeit schwierig, sagt Di Santo, der Schalke aus mehreren Gründen verließ. Einerseits habe er den Klub aufgrund der Vizemeisterschaft in der Saison 2017/18 "in guter Erinnerung behalten" wollen, andererseits geriet er unter Domenico Tedesco mit der Zeit ins Abseits - auch, weil er auf dem Platz eine andere Rolle einnehmen musste: "Ich sollte auf einer Position spielen, die nicht meine eigentliche war und mich persönlich beeinträchtigte, da ich weit vom Strafraum entfernt war."

Franco Di Santo

 Vom Stammspieler zum Bankdrücker: Franco Di Santo kann sein abruptes Ende auf Schalke nicht verstehen.


​Warum er seinen Stammplatz verlor, kann er sich aufgrund der hohen Spielzeit nicht erklären, die Fans jedoch schienen kaum mit dem Argentinier warm geworden zu sein. Sein hohes Gehalt stand immer wieder im Vordergrund der Diskussionen um seine Person, die dafür erforderliche Leistung hat er in den Augen Vieler selten erbracht. Di Santo, der in 88 Pflichtspielen für Schalke 12 Tore erzielte, empfindet die Kritik als unfair: "Mir wäre es lieber gewesen, wenn die Leute anstelle des hohen Gehalts und der wenigen Tore meinen Teamgeist gesehen hätten, dass ich stets das getan habe, was der Trainer von mir verlangte, gelaufen bin ohne Ende und mich für die Mannschaft geopfert habe."


"Ich trainiere hart" - Di Santo traut sich weiterhin Top-Niveau zu


​Er selbst sei "sehr zufrieden" damit, in der Vizemeister-Saison "
mehr als 90 Prozent der Spiele" bestritten zu haben, Vorwürfe mache er sich daher nur wegen des Abschieds zu Jahresbeginn. Nachdem der Vertrag bei Rayo Vallecano nicht verlängert wurde, gilt es für ihn nun, auf eine neue Aufgabe zu warten: "Ich trainiere hart, während ich auf die beste Option warte. Ich vertraue darauf, dass etwas Gutes kommen wird, um zu meinem alten Leistungsniveau zurückzukehren." 


Di Santo will auch in der neuen Saison auf hohem Niveau angreifen, traut sich Europas Top-Ligen zweifelsfrei zu. Doch er gibt sich auch bescheiden, weshalb ein Verbleib in seiner südamerikanischen Heimat kein Problem darstellen würde: "Wenn ich nach 13 Jahren in Europa nun in Südamerika bleiben müsste, würde ich dies auch auf die für mich beste Art und Weise tun."