Seit einigen Wochen ist Stefan Lainer nun in Mönchengladbach. Nach seinem Wechsel von RB Salzburg zur Borussia gab der neue Rechtsverteidiger der Fohlen der Sport Bild ein Interview, wo er über die neue Spielphilosophie am Niederrhein und über seinen neuen alten Coach sprach.


Als "Naturgewalt" wurde Stefan Lainer von seinem ehemaligen Trainer Marco Rose bei ​Borussia Mönchengladbach angekündigt. Der Rechtsverteidiger folgte seinem Coach an den Niederrhein und soll dort nun die rechte Seite dicht halten und vorne für Impulse sorgen. Lainer selbst aber ist besorgt ob der Beschreibung und hofft, dass nun niemand Wunderdinge von ihm erwartet, wie er im Interview mit der Sport Bild erklärte.


Er sei nunmal kein Messi, der "außergewöhnliche Dinge" auf dem Platz vollbringe. Auch als verlängerter Arm des Trainers sieht er sich nicht, auch wenn er das System, welches Rose mit nach Gladbach brachte, schon kennt. "Der Trainer und sein Team sind stark und einflussreich genug, um ihre Ideen an uns Spieler weiterzugeben", so Lainer. "Marco ist ein Typ, der dich im Gespräch fesselt und dir genau erklärt, was du zu tun hast – da braucht keiner noch einen Rat dazu." Dennoch kenne er die Philosophie gut und habe daher viel Vertrauen in das System.

Die Schwierigkeit bestünde lediglich darin, dies auch über 90 Minuten durchzuziehen. "Dafür braucht es die komplette Überzeugung von jedem Einzelnen. Gelingt uns das, sind wir für jeden Gegner eklig zu spielen und können mit unserem System jeden schlagen", so Lainer weiter. Zwar sei auch Salzburg keine Übermannschaft gewesen, doch habe man damit vermeintlich stärkere Teams wie ​Borussia Dortmund oder RB Leipzig in der Europa League schlagen können. "Warum sollen wir nicht auch mit Borussia so erfolgreich sein", fragt der Österreicher daher.


Dass Lainer aber vor allem auch unverbraucht ist, kann sich als Stärke auszahlen. Denn er kennt die vorherigen Systeme unter Hecking, Schubert und Favre nicht, wie ein Großteil des übrigen Kaders. So ist es wenig überraschend, wenn er berichtet, dass ihm Mitspieler bereits attestierten, in den vergangenen drei Wochen mehr Zweikämpfe und Fouls gespielt zu haben, als in der kompletten abgelaufenen Saison. "Marcos Philosophie ist von hoher Intensität geprägt. Und mit den Werten, die Marco einfordert, Bereitschaft, Aufmerksamkeit in jeder Situation, Zusammenhalt, können wir viel erreichen."


Lainer schwärmt von "familiärer" Borussia


Werden diese Dinge von allen gelebt und entsprechend umgesetzt, könne der Gegner das Gefühl haben, "dass er gegen mehr als elf Gladbacher spielt", führt Lainer weiter aus. Dass er sich schließlich für Gladbach entschieden habe, spreche auch für den Klub. Familiär und bodenständig, so sei ihm die Borussia vorgekommen in den ersten Gesprächen. Das habe ihn und auch seinen Vater direkt angesprochen. "Es war das Gesamtpaket. Mir war schnell klar, dass Gladbach zu mir passt." Dies sei bei Neapel, die bereits im letzten Jahr am Rechtsverteidiger dran waren, anders gewesen.


Mit dem VfL will er nun möglichst ähnlich viel Erfolg haben. Daran glaubt er nicht zuletzt, weil er im Kader sehr viel Potenzial sieht, wie er sagt. Und auch der Trainer sei ein großes Plus. Er wisse, wie man die Mannschaft führen müsse und mit den Spielern umzugehen habe. In der Vorbereitung konnten die Fohlen bislang andeuten, zu was sie in der Saison im Stande sein können. Noch sind es drei Wochen bis zum Bundesligaauftakt. Bis dahin sollten auch weitere Automatismen greifen. Dann kann sich auch die Bundesliga vom neuen Potenzial der Fohlen überzeugen.