​Die China-Reise von Manchester City wird zum PR-Desaster für den englischen Meister. Eigentlich wollten die Skyblues im Reich der Mitte die PR-Maschine kräftig anwerfen, doch am Ende der Reise bezeichneten die Chinesen City als "respektlos und arrogant".


Es fing an mit einer Flugpanne, dann weigerte sich Pep Guardiola mit den chinesischen Fans in Kontakt zu treten, örtliche Journalisten wurden von Presseterminen herauskomplimentiert und ​City-Geschäftsführer Ferran Soriano setzte dem Ganzen mit einem Vortrag die Krone auf. Manchester City gab in China kein gutes Bild ab - die geplante Eigenwerbung ging gründlich in die Hose.


Aber von vorne: Als sich der Skyblues-Tross ins Reich der Mitte aufmachte, hebte das Team erst mit 48-stündiger Verspätung ab. Englische Medien berichteten von einer fehlenden Flugerlaubnis für den chinesischen Luftraum, das Team musste kurzerhand auf zwei Linienmaschinen umgebucht werden.


Angekommen in China verloren die Citizens das Finale der Asia Trophy gegen West Ham United. Im Anschluss soll sich Pep Guardiola geweigert haben, mit den chinesischen Fans und Journalisten zu sprechen. Teil eins der Brüskierung der Chinesen, weshalb die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua Agency später von einem "respektlosen und arroganten" Verhalten sprach.

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So Fan-nah wie hier David Silva (2. v. r.) zeigte sich City in China nur selten


Doch nicht nur das Verhalten von Guardiola stieß sauer auf: Bei Presseterminen wurden chinesische Reporter schlechter behandelt als die englischen Kollegen. Als etwa Neuzugang Rodri interviewt werden wollte, wurden die Chinesen aus dem Presseraum gebeten, damit die britische Journaille ihre Fragen ungestört stellen konnte. Der Pressebeauftragte des Klubs erklärte wenig zufriedenstellend, die Anweisung komme "oberhalb meiner Ebene".


Endgültig verscherzt hatte es sich Man City, als Geschäftsführer Ferran Soriano einen 90-minütigen Vortrag vor Fachbesuchern hielt, bei dem der Spanier offenbarte, wie man den Chinesen künftig auf möglichst einfacherer Art und Weise so viel Geld wie möglich abknöpfen könnte. Der Vortrag lief unter dem Titel "City Football Group: Die Schaffung eines wahrhaft globalen Fußball-Fußabdrucks".


Die Gastgeber staunten nicht schlecht und schauten brüskiert aus der Wäsche - und das, obwohl City seit 2015 13 Prozent der Anteile an die Chinese Media Capital verkauft hat. Vor fünf Monaten kaufte der Klub zudem den chinesischen Verein Sichuan Jiuniu FC. Klar, der chinesische Markt ist riesig und deshalb so attraktiv. Mit dem aktuellen Verhalten hat sich Man City aber keine Freunde in Asien gemacht.


Ganz anders als die anderen ​Premier-League-Klubs, die an der Asia Trophy teilnahmen. West Ham, Newcastle und Wolverhamption wurden von den Chinesen ausdrücklich gelobt!