​Mit dem Triumph "seines" ​FC Liverpool im Champions-League-Finale von Madrid im vergangenen Mai (2:0 gegen Tottenham Hotspur) hat sich ​Jürgen Klopp (52) endgültig auf den Olymp der Fußball-Trainer gehievt. Logisch, dass man am Mersey River so schnell wie möglich mit dem Erfolgscoach verlängern will. 


Am 15. Oktober 2015 nahm Klopp seine Arbeit beim nordenglischen Traditionsklub auf. Zu jenem Zeitpunkt war der Verein eingehüllt in die Nostalgie an frühere, erfolgreichere Zeiten und die gleichzeitige bange Ungewissheit, was die Zukunft bringen würde. Depressive Züge machten sich rund um das Stadion an der Anfield Road breit. 


Doch irgendwie schienen sich zwei gefunden zu haben, ohne sich vorher explizit zu suchen. Klar hatte Klopp bei der Borussia aus Dortmund gute Arbeit gemacht. Sehr gute sogar. Der westdeutsche Klub war anno 2008, als Klopp übernahm, in einer ähnlichen Sinnkrise wie die Scousers. Und Klopp hatte es ja schließlich geschafft, diesen schlafenden Riesen Fußball-Deutschlands zu wecken. Warum nicht auch in Liverpool? 


Und Klopp lieferte. Unter ihm stabilisierte sich der Klub, fanden die Anhänger wieder einen Grund, den Kop, jene legendäre Stehtribüne hinter einem der Tore, zu bevölkern. 


Zwar konnte LFC bis heute keine weitere englische Meisterschaft einfahren (die letzte datiert aus dem Jahr 1990), doch die Entwicklung hin zu einem Siegerteam ist augenfällig. Nach der unglücklichen Niederlage im Königsklassen-Finale von 2018 gegen Real Madrid schaffte es Klopp, seiner Mannschaft das Selbstvertrauen einzuflößen, um den Finaleinzug zu wiederholen. Und es diesmal auch siegreich zu Ende zu bringen. 


Der Vertrag von Klopp läuft noch bis zum Jahr 2022. 7,8 Millionen Euro bringt ihm derselbe ein. Und bevor nun andere Klubs auf die Idee kommen, den Erfolgstrainer aus Liverpool wegzulocken, wollen die Verantwortlichen der Reds nun Nägel mit Köpfen machen: um sechs Jahre (!) soll Klopp verlängern. Zu erhöhten Bezügen, versteht sich. 


Sollte Klopp unterschreiben, würde ihm der neue Kontrakt satte 11,15 Millionen Euro jährlich einbringen. Also mehr als 100 Millionen über die gesamte (neunjährige) Laufzeit.


Wer Klopp kennt, weiß, dass er sich nicht nur vom Finanziellen leiten lässt. Das vielzitierte Gesamtpaket muss stimmen. Und das tut es momentan. Entsprechend gibt es aus des Trainers Lager auch keine forschen Ankündigungen und ewige Treue-Schwüre. Sie sind einfach nicht nötig. Über seinen Berater Mark Kosicke ließ er aber trotzdem schon mal verlauten, sich in Liverpool sehr wohl zu fühlen. Unter all diesen Voraussetzungen erscheint schwer vorstellbar, dass sich beide Parteien am Ende nicht finden werden.