​Im reifen Alter von 60 Jahren konnte ​Maurizio Sarri mit dem Gewinn der Europa League seinen ersten großen Titel in seiner Trainerkarriere feiern. Nach dem klaren ​4:1-Triumph gegen den Stadtrivalen FC Arsenal sieht sich der zuvor häufig angezählte Coach in einer guten Verhandlungsposition und hofft auf einen Verbleib beim ​FC Chelsea.


Seine erste Saison an der Stamford Bridge hätte sich der italienische Fußballer wohl etwas einfacher vorgestellt. Zuvor bei seinem Ex-Klub SSC Neapel fast schon als Heiliger verehrt, fand sich der erfahrene Übungsleiter rasch im Kreuzfeuer der britischen Presse wieder und musste sich immer wieder für seine taktische Herangehensweise rechtfertigen. Schlussendlich sprang neben dem Europapokaltitel aber auch ein durchaus respektabler dritter Platz in der Premier League heraus, auch wenn der Abstand zu den beiden Rivalen Manchester City und FC Liverpool dabei deutlich zu hoch ausfiel.

Der leidenschaftliche Kettenraucher Sarri wirkte nach dem Sieg gegen die Gunners regelrecht gelöst und ließ es sich nicht nehmen noch auf dem grünen Rasen, allen Verboten der UEFA zum Trotz, eine Siegeszigarre zu zücken. Auch gegenüber den Medienvertretern wirkte der Cheftrainer so selbstbewusst wie selten zuvor. "Ich will mit den Klubverantwortlichen sprechen. Ich habe es verdient, der Trainer dieser Mannschaft zu bleiben. Aber das ist nur meine Meinung und die ist nicht ausreichend", wird der gebürtige Neapolitaner von dem Telegraph zitiert.


Ein Grund, wieso sich der Taktikfuchs so deutlich aus der Deckung gewagt hat, dürfte dabei neben der errungenen Silberware auch das angebliche Interesse des italienischen Serienmeisters ​Juventus Turin sein, welcher den Coach dem Vernehmen nach zurück in die Serie A lotsen möchte.

Maurizio Sarri

An der Seitenlinie zeigt Maurizio Sarri immer vollen Einsatz


Laut Sarri gelte es bei möglichen Verhandlungen mit seinem derzeitigen Arbeitgeber, bei dem er noch bis zum Sommer 2021 in Lohn und Brot steht, beide Seiten glücklich zu machen. "Wir müssen wissen, was der Klub für mich tun kann und was ich für den Verein besser machen kann", so der Chelsea-Coach. Im Anschluss legte der Trainer Wert darauf zu betonen, wie sehr er den Wettkampfgedanken innerhalb der Premier League schätzt, betonte aber erneut, die Wichtigkeit zu Erörtern, welche Maßnahmen die Blues ergreifen möchten, um sich weiter zu verbessern.


Den Erfolg dieser Saison einzig und allein auf die Europa League zu beschränken, sieht der umstrittene Trainer dabei keineswegs ein. Zwar räumte er ein, dass der Klub im Januar und Februar Probleme zu überwinden hatte, erinnerte im gleichen Atemzug aber auch daran, dass man am Ende den dritten Platz erreichen konnte und zudem im Finale des Ligapokals erst im Elfmeterschießen gegen den Meister Manchester City gescheitert war.