Beim gestrigen Champions-League-Spiel zwischen ​Borussia Dortmund und Tottenham Hotspur fiel der Startschuss für eine europaweite Kampagne für Stehplätze bei Europacupspielen. Die Initiative „Europe Wants To Stand“ fordert die Abschaffung des Stehplatzverbotes bei internationalen Turnieren.


Seit 1998 gilt bei internationalen Vergleichen, wie der ​Champions League oder der Europa League, ein absolutes Stehplatzverbot. Nun fordert ein großes Bündnis verschiedener europäischer Fanorganisationen eine Abschaffung dieses Verbots und schrieb daher einen offenen Brief an den aktuellen UEFA-Präsidenten Aleksander Ceferin.


Besondere Beachtung findet dabei die Situation in Deutschland, wo es in der Liga Wochenende für Wochenende Stehplätze gibt, für internationale Spiele werden dort aber regelmäßig Sitzplätze installiert. „Sichere Stehplatzbereiche werden mit hohem Kostenaufwand für jedes einzelne Spiel der UEFA-Klubwettbewerbe in Sitzplatzbereiche umgebaut, mit dem Ergebnis, dass die Fans dann in diesen nicht für das Stehen ausgelegten Bereichen auf oder zwischen den Sitzen stehen“, heißt es dort.


Auch die Preispolitik wird damit indirekt kritisiert, denn durch die „All-Seater-Politik“ seien die Tickets inzwischen für junge Fans schlicht zu teuer. Im Fachmagazin kicker äußerte sich Mit-Initiator Jan-Henrik Gruszecki folgendermaßen: „Stehplätze sind wichtig für eine lebendige Fankultur. Dort, wo lediglich Sitzplätze existieren, ist die Fankultur nach und nach den Bach runtergegangen.“


„Stehplätze funktionieren - Deutschland ist ein gutes Beispiel dafür. Warum also sollte etwas, das in vielen Ligen Europas funktioniert, im Europapokal nicht funktionieren? Die Fans stimmen bereits jetzt mit den Füßen ab und stehen während des Spiels. Fällt ein Tor, fallen viele über die Sitze - das ist wesentlich gefährlicher, als wenn man gleich auf Stehplatztribünen setzen würde.“


Das Stehplatzverbot war damals aus England übernommen worden, wo nach der Katastrophe von Hillsborough 1989 Konsequenzen gezogen und alle Stehplätze verboten wurden. Inzwischen ist aber klar, dass die Stehplätze selbst nichts mit der Tragödie zu tun hatten. Zudem zeige die ​Bundesliga, dass „Stehplätze ohne Sicherheitsrisiko bei Fußballspielen“ funktionieren.


Aus Deutschland unterzeichneten die Südkurve München, das Bündnis Südtribüne Dortmund, die Nordwestkurve Frankfurt und die Nordkurve Mönchengladbach das Anliegen.