​Durch die Niederlage von RB Leipzig bei Celtic Glasgow hat sich eine Konstellation ergeben, die Kritiker des Red-Bull-Projekts bereits nach der Gruppenauslosung angeprangert hatten, als RasenBallsport Leipzig und Red Bull Salzburg gemeinsam in eine Europa-League-Gruppe gelost wurden: Da Salzburg mit sechs Punkten Vorsprung auf RB Leipzig und Celtic Glasgow so gut wie für die K.o.-Phase qualifiziert ist, könnte es im direkten RB-Duell theoretisch zu Schützenhilfe für die Leipziger kommen. 


Durch die 1:2 Niederlage von ​RasenBallsport Leipzig bei Celtic Glasgow liegen die beiden Klubs nach vier Spieltagen in der Europa League mit sechs Punkten gleichauf. Die Leipziger verfügen zwar über die bessere Tordifferenz, da allerdings Leipzig und Celtic beide jeweils noch gegen Red Bull Salzburg und Rosenborg Trondheim spielen, könnte ein Ausrutscher bereits das Ausscheiden bedeuten. Kritiker bemängeln nun, dass es im direkten Aufeinandertreffen der beiden Red-Bull-Klubs zu einer Form von Schützenhilfe für die Leipziger kommen könnte.

Red Bull Salzburg, das im Europapokal nur als FC Salzburg auflaufen darf, liegt mit vier Siegen aus vier Spielen und einer Tordifferenz von plus Neun klar auf dem ersten Tabellenplatz und hat sechs Punkte Vorsprung auf die beiden Verfolger Leipzig und Celtic Glasgow. Nur bei zwei klaren Niederlagen könnten die Salzburger noch den Direktvergleich gegen einen der Gruppengegner verlieren und ausscheiden - praktisch ist das Weiterkommen aber so gut wie sicher. Schwesterklub RB Leipzig braucht im Fernduell mit den punktgleichen Schotten jedoch jeden Zähler. Ein Sieg oder wenigstens ein Punkt gegen die Salzburger würden deshalb enorm helfen.


Wie der ​kicker berichtet stellte die UEFA bei der Zulassungsvergabe an beide Klubs fest, dass "bedeutende Management- und strukturelle Änderungen hinsichtlich Unternehmensfragen, Finanzen, Personal, Sponsoring usw." vorgenommen wurden, sodass die beiden RB-Klubs nicht mehr strukturell oder personell verbunden seien und "keine natürliche oder juristische Person entscheidenden Einfluss auf mehr als einen an einem UEFA-Klubwettbewerb teilnehmenden Verein" habe. Dieser entscheidende Einfluss auf mehrere am Europapokal teilnehmende Klubs ist nach dem UEFA-Wettbewerbsreglement nämlich verboten.

Diese Bewertung darf trotz der Entscheidung der UEFA zugunsten der qualifizierten Klubs dennoch infrage gestellt werden, da Dietrich Mateschitz in Form seines Konzerns Red Bull in Leipzig als Hauptgesellschafter und in Salzburg offiziell als Hauptsponsor aktiv ist. Die Einschätzung der UEFA kann angesichts der Strukturen beider Klub-GmbHs und der Führungsstrukturen beider Klubs also durchaus als kritisch angesehen werden. Sollte Leipzig gegen Salzburg punkten und aufgrund dieser Zähler vor Celtic Glasgow auf dem zweiten Tabellenplatz in der ​Europa League landen, dürfte trotz der Beteuerungen der Klub-Verantwortlichen ein Beigeschmack bleiben.