Dank des schlechten Bundesliga-Saisonstarts ist die Trainerfrage ein heiß diskutiertes Thema bei ​Bayer 04 Leverkusen. Heiko Herrlichs Elf spielt aktuell selten überzeugenden Fußball, wie auch im letzten Europa-League-Spiel gegen AEK Larnaka, bei dem die Werkself zwar 4:2 ​gewinnen konnte, jedoch spielerisch viele Mängel aufzeigte. Heiko Herrlich zeigte sich sichtlich genervt von der Kritik.


Im Gegensatz zur Bundesliga läuft es in der Europa League ergebnistechnisch ziemlich gut. Aus zwei Spielen holte man die volle Punktzahl von sechs Zählern, zeigte in beiden Spielen aber auch die Fehler auf, die einen in der Bundesliga auf Platz 14 verschlagen haben.


Besonders in der Defensive hapert es bei Bayer. Oftmals arbeitet die Offensive nicht mit nach hinten und bringt die Abwehrkette somit in große Bedrängnis und Lars Bender zu Wutausbrüchen. Auch Kevin Volland rastete im Spiel gegen Larnaka aus, da er als Stürmer schneller hinten war als ein Flügelspieler. Im kicker erklärte er, dass die Mannschaft nach einem Ballverlust unbedingt wieder Ordnung schaffen muss.


Bayer 04 Leverkusen v AEK Larnaca  - UEFA Europa League - Group A

Lucas Alario erlöste Bayer mit seinem Doppelpack zum zwischenzeitlichen 3:1


Genau diese Fehler sind es, die Leverkusen gegen Mannschaften wie Ludogorets Razgrad und Larnaka vier Tore kassieren ließ. Vier Tore gegen Mannschaften, die zumindest auf dem Papier schlechter aufgestellt sind als die Werkself. Dennoch schaffen es diese Teams immer wieder, zu Treffern zu kommen.


Auch gegen ​Dortmund sah man ähnliche Fehler, da Leverkusen es tatsächlich schaffte, eine 2:0-Führung zu verspielen, und das nur wegen der oben genannten Abstimmungsfehler, die die Dortmunder für gute Kombinationen nutzen konnten.


In der Offensive läuft es nicht besser. Regelmäßig kommt es zu schlampigen Pässen, die eine Torchance stärker verhindern als ein gegnerischer Verteidiger. Dadurch war es vielen Teams erneut möglich, früh in Führung zu gehen und Bayer alt aussehen zu lassen.


Jedoch zeigt sich Heiko Herrlich von der Kritik genervt. Im kicker erklärt der Trainer gereizt seine Teamentscheidung: "Diese Elf hat vier Tore geschossen und zwei reingekriegt. Das hat so gepasst. Deshalb brauche ich nicht erklären, warum ich mich für diese Spieler entschieden und andere draußen gelassen habe."



Von Selbstkritik bei der Defensive gibt es keine Spur. Auch auf die Frage, wieso er nicht rotierte und einen 19-jährigen Havertz so oft so lange auflaufen lässt, zeigt sich Herrlich sehr unprofessionell. Denn seine Mannschaft wird es nicht stetig schaffen können, mehr Tore zu schießen als zu kassieren.