Über sieben Jahre sind sich der Hamburger SV und der FC St. Pauli nicht mehr begegnet, umso gespannter blickten die Fanlager beider Mannschaften dem Hamburg-Derby entgegen. Die Partie ließ jedoch zu Wünschen übrig. Die Gäste aus St. Pauli konzentrierten sich vorsätzlich auf die Abwehrarbeit und stellten den Favoriten vor Aufgaben, die dieser nicht lösen konnte. Der HSV war klar feldüberlegen, konnte jedoch kaum Gefahr erzeugen. Das 0:0 ist ein leistungsgerechtes, für den Absteiger jedoch sicherlich ein enttäuschendes Ergebnis.


​Christian Titz wählte ein 4-1-2-2-1 mit Sakai, Bates, van Drongelen und Santos in der Abwehr sowie Mangala im defensiven Mittelfeld. In der Zentrale begannen Holtby und Janjicic sowie Hunt und Hwang auf den Flügeln, während Arp in der Spitze von Anfang an auflief.


Markus Kauczinski entschied sich ebenfalls für ein 4-2-3-1 mit Buballa, Avevor, Ziereis und Dudziak in der Viererkette. Das Mittelfeld setzte sich in der Zentrale aus Knoll und Flum sowie etwas weiter vorne Möller Daehli, Buchtmann und Sahin zusammen, während Diamantakos im Sturm begann.


Vom Anpfiff weg sorgten die Zuschauer auf den Rängen für einen ohrenbetäubenden Lärm, während die 22 Spieler auf dem Platz dieser Leistung eher weniger gerecht wurden. Der FC St. Pauli war in der Anfangsphase aktiv am Spiel beteiligt und hatte daher in der siebten Minute eine gute Gelegenheit, als Flum nach einem Freistoß von Knoll zum Kopfball kam, wobei Pollersbeck parierte.


St. Pauli tief - HSV ideenlos


Doch in der Folge übernahm der Gastgeber die Ball- und Spielkontrolle, während sich St. Pauli immer weiter zurückfallen ließ. Gegen den Ball agierten sie in einem 4-4-2, Cenk Sahin ließ sich jedoch oft in die letzte Kette zurückfallen, wodurch sich die Mannschaft in einem 5-3-2 formierte. In der eigenen Hälfte wurden die Passwege oft zugestellt, weshalb der HSV wenige Mittel fand, selten in den Strafraum eindringen konnte und oftmals hintenrum spielte. Pollersbeck rückte dabei erneut bis zu 30 Meter aus seinem Tor heraus, als Spieleröffner konnte er dabei jedoch nicht trumpfen.

Hamburger SV v FC St. Pauli - Second Bundesliga

  Hitzig war es vor allem auf den Rängen: Vor dem Anpfiff zündeten mehrere Anhänger aus dem Gästeblock Bengalos


Aus dem Spiel heraus war auf beiden Seiten wenig zu sehen, der erste Abschluss für die 'Rothosen' gelang nach einem Eckball - doch Bates Kopfball segelte ebenso am Tor vorbei wie der Versuch von Arp (25., 40.). Zwar hatte St. Pauli zum Ende der ersten Halbzeit dank Möller Daehli und Diamantakos zwei weitere Gelegenheiten, doch insgesamt war es eine chancenarme Begegnung, in der tiefstehende St. Paulianer dem Favoriten das Leben schwer machten und dafür sorgten, dass wenig Tempo drin war. Alles in allem war es ein intensives Spiel ohne die ganz großen Torraumszenen.


Mehr Tempo nach der Pause


Das Bild blieb zu Beginn des zweiten Durchgangs unverändert. St. Pauli war zunächst um Nadelstiche bemüht, während der HSV das Spiel machen wollte. Die beste Gelegenheit der Anfangsphase gab es erneut nur nach einem Standard: Douglas Santos zog einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt aufs Tor, der Ball landete jedoch auf dem Tornetz (51.).


In den Folgeminuten nahm das Spiel ein wenig an Fahrt auf, da sich die Gäste nicht mehr verstecken wollten und verschärft den Weg nach vorne suchten. Die Intensität blieb dabei erhalten, die Zweikämpfe waren hitzig - jedoch nicht zu hart. Dadurch ergaben sich weitere Chancen: Erst scheiterte Diamantakos per Kopf an Pollersbeck, dann war Hwang auf der Gegenseite zu uneigennützig. Der Koreaner hätte im Strafraum abschließen können, wollte jedoch querlegen. Der Pass kam zu ihm zurück, doch sein Abschluss kullerte am Tor vorbei (59., 60.).


Torgefahr kaum vorhanden


Titz wechselte, brachte Ito für Hunt und Narey für Hwang, doch Lasogga blieb weiterhin auf der Bank (53., 66.). Gegen immer noch kompakt und stabil stehende Gäste brachte allerdings auch das neue Personal nichts, das Bild blieb weiterhin unverändert. In der Schlussphase gingen die Hausherren immer weniger Risiko ein, wodurch auch die Einwechslung von Lasogga in der 71. Minute wenig Erfolg mit sich brachte.


St. Pauli konzentrierte sich weiter auf die Arbeit in der Defensive, die größtenteils makellos blieb. Bei Umschaltsituationen bekamen sie stets Räume geboten, spielten diese jedoch nicht sauber aus und ließen somit einige Chancen verpuffen, ehe sie entstanden.

SpVgg Greuther Fuerth v Hamburger SV - Second Bundesliga

  Wie schon unter der Woche in Fürth blieb Pierre-Michel Lasogga glück- und torlos


Alles in allem hinterließ das Spiel einen Eindruck, der der Stimmung im Vorfeld und auf den Rängen nicht gerecht wurde. Der HSV biss sich über 90 Minuten die Zähne an der organisierten Verteidigung des FC St. Pauli aus, konnte den Druck nicht in Gefahr ummünzen und verpasste es so, den Sieg einzutüten. Stattdessen folgte das zweite Unentschieden nacheinander, während St. Pauli zum dritten Mal in Folge ungeschlagen bleibt. Der nächste Gegner der 'Rothosen' wird am kommenden Freitag Arminia Bielefeld sein, während der FCSP am neunten Spieltag den SV Sandhausen empfängt.