​Der ​FC Arsenal befindet sich nach dem Rücktritt Arsène Wengers inmitten eines großen Umbruchs. Eine hoffnungsvolle Vorbereitung unter Unai Emery scheint nun so gut wie vergessen, denn die "Gunners" verloren die ersten beiden Spiele der ​Premier League. Auffallend war in beiden Partien die instabile Abwehr.


Die Losfee meinte es nicht gut mit dem FC Arsenal. In Zeiten des Umbruchs wären vermeintlich schwächere Gegner optimal für einen Saisonstart, doch die "Gunners" mussten am ersten Spieltag der neuen Premier-League-Saison gleich gegen den amtierenden Meister ​Manchester City ran. Eine 0:2-Niederlage ist da schon verkraftbar. Im zweiten Spiel ging es gleich auswärts gegen den ​FC Chelsea und auch dies ist kein leichtes Los, doch Arsenal kämpfte sich nach einem frühen 0:2-Rückstand zurück ins Spiel, hätte in der ersten Hälfte sogar mit zwei bis drei Toren Abstand in die Pause gehen können, verlor das Spiel aber letztendlich mit 2:3.


Nach diesen beiden Partien kann durchaus ein erstes Fazit zum FC Arsenal unter Unai Emery gezogen werden. Im Vorwärtsgang macht die Mannschaft keinen schlechten Eindruck, vor allem gegen Chelsea erspielten sich die "Gunners" einige hochkarätige Chancen und sollten Pierre-Emerick Aubameyang und Co. vorne ihre Chancen verwerten, werden wir in dieser Spielzeit noch so einige Tore von den Rot-Weißen aus London sehen.

Leicester City v Arsenal - Premier League

Der junge Konstantinos Mavropanos hat eine Chance verdient


Die Defensive ist aber alles andere als stabil. Die Abwehr steht sehr hoch und ein solches System kann durchaus funktionieren, doch das derzeitige Personal kann dies momentan aufgrund fehlender Ballsicherheit nicht bewerkstelligen. Rechtsverteidiger Hector Bellerin ist defensiv nicht konstant genug, Chelsea erzielte zwei seiner drei Tore über den linken Flügel. Marcos Alonso hatte beim 1:0 viel zu viel Raum und musste nur noch querlegen, um Pedro einen leichten Abschluss zu gewährleisten. Wenn Chelsea gefährlich wurde, dann über die Seite von Hector Bellerin.


Auf der linken Außenverteidigerposition wirkt die Mannschaft nicht ganz so offen, doch dort sind es eher personelle Probleme, die Sorgen bereiten. Sead Kolasinac wird dem Verein einige Zeit fehlen, sein Ersatz Ainsley Maitland-Niles verletzte sich im ersten Ligaspiel und wird ebenfalls rund zwei Monate ausfallen und Nacho Monreal ist zwar kein schlechter Spieler, kann aber nur als mittelmäßig eingestuft werden.


Das größte Problem stellt allerdings die Innenverteidigung dar. Im abgelaufenen Transferfenster wurde Sokratis von Borussia Dortmund verpflichtet, um der Mannschaft Stabilität und vor allem Härte zu verleihen, doch der Grieche braucht noch Zeit, um sich an das hohe Tempo der Liga zu gewöhnen. Zudem ist er nicht der schnellste und sein Partner kann auch nicht gerade mit Höchstgeschwindigkeiten aufwarten. Die Rede ist von Skhodran Mustafi. Mustafi wirkt sehr behäbig und lässt sich oftmals zu leicht ausspielen. Kombiniert mit seinen häufigen individuellen Fehlern wirkt er wie es verunsicherndes Element im Team.

Nun stellt sich die Frage, wie man all diese Probleme lösen könnte. Stephan Lichtsteiner wurde als erfahrener Ersatz für Hector Bellerin geholt und hat definitiv eine Chance verdient. Arsenal versucht hoch zu stehen, doch im Ballbesitz wirken die "Gunners" unsicher und deshalb wäre eine konservative, etwas tiefstehendere Variante mit einem erfahrenen Spieler wie Lichtsteiner eine Lösung. Die Innenverteidigung wirkt technisch zu schwach, weder Mustafi noch Sokratis sind für ihre Ballsicherheit oder gutes Aufbauspiel bekannt. 


Konstantinos Mavropanos sollte einen der beiden ersetzen, auch wenn er noch sehr jung ist. Der Grieche könnte an der Seite von Sokratis spielen, um den langsamen Routinier mit seiner Schnelligkeit auszugleichen und zudem fühlt sich Mavropanos mit dem Ball am Fuß wohl. Wie es mit der Defensive Arsenals weitergeht, werden die nächsten Spiele zeigen - ein Personalwechsel ist jedoch unausweichlich.