​Beim Rückspiel in der Relegation zwischen dem Drittletzten der Bundesliga und dem Drittplatzierten der 2. Bundesliga musste sich Holstein Kiel zuhause dem VfL Wolfsburg mit 0:1 geschlagen geben. Der Zweitligist konnte dabei seine Feldvorteile nicht ausnutzen und wurden durch Robin Knoche in der 75. Spielminute eiskalt bestraft. Auch das Hinspiel konnte der Bundesligist mit 3:1 für sich entscheiden und spielt daher auch in der kommenden Saison in der obersten deutschen Spielklasse.


Holstein Kiel - VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Knoche (75.)


Bei den Gastgebern stellte Trainer Markus Anfang, in seinem letzten Spiel vor seinem Wechsel zum 1. FC Köln, sein Team auf drei Positionen um. Verzichten mussten die 'Störche' dabei aufgrund von Oberschenkelproblemen auf Shootingstar Dominick Drexler. Der 27-Jährige wurde von Tom Weilandt vertreten. Zudem rückten Alexander Mühling und Aaron Seydel in die Startelf. Dominic Peitz und Steven Lewerenz mussten dafür weichen.


Bei den Gästen vertraute Trainer Bruno Labbadia auf die selbe Elf, die sich im Hinspiel am vergangenen Donnerstag mit einem 3:1-Heimsieg in eine gute Ausgangsposition gebracht hatte. Der angeschlagene Daniel Didavi stand dabei erneut nicht zur Verfügung.


Vor 12.000 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion agierten beide Mannschaften zu Beginn etwas nervös. Die Teams tasteten sich dabei gegenseitig ab, bis ins letzte Angriffsdrittel konnten sie sich aber nur selten durch kombinieren. In der ersten Viertelstunde war das Spiel geprägt von sehr vielen intensiven Zweikämpfen, dabei bejubelten die Heimfans jedes gewonnene Duell frenetisch. Nach rund zehn Minuten tauchten die Gastgeber immer häufiger vor dem Sechzehner der Niedersachsen auf. Die erste dicke Chance der Partie ließ dabei Aaron Seydel in der 14. Spielminute liegen. Ein Abschluss des 22-Jährigen aus halblinker Position in Richtung langes Eck, landete rund einen halben Meter am Pfosten vorbei im Toraus.

Holstein Kiel v VfL Wolfsburg - Bundesliga Playoff Leg 2

Beide Mannschaften kämpften um jeden Meter


Nur zwei Minuten später hatten die Wolfsburg-Anhänger bereits den Torjubel auf den Lippen. Der Treffer von Yunus Malli aus kurzer Distanz wurde jedoch zurecht nachträglich aberkannt, da Divock Origi dem Kieler Torhüter Kenneth Kronholm die Sicht versperrte und dadurch ahndungswürdig im Abseits stand. Das nicht gegebene Tor gab den Gästen jedoch trotzdem etwas Aufschwung und so verlagerte sich das Spiel kurzzeitig etwas in die Hälfte des Zweitligisten. In der 28. Spielminute hatten die Gäste Glück, als Felix Uduokhai seinen Gegenspieler Patrick Herrmann nur haarscharf vor dem Strafraum der Gäste zu Fall brachte und der fällige Freistoß für die Gastgeber nichts einbrachte.


Zwar hatte das Team von Trainer Markus Anfang auch bis zum Halbzeitpfiff weiterhin deutlich mehr Ballbesitz. Die Defensive des Bundesligisten zeigte sich jedoch ziemlich sattelfest und ließ nur wenige Ballaktionen in der Nähe des eigenen Kastens zu. Insbesondere Im Umschaltspiel von Offensive auf Defensive war das Team von Trainer Bruno Labbadia hellwach und ließ die schnellen Spieler des Nordklubs nicht zur vollen Entfaltung kommen. Dennoch konnten die Gastgeber ihre Gefährlichkeit gelegentlich andeuten.


Wolfsburg bleibt stabil - Kiel fällt wenig ein


Beide Teams gingen personell unverändert in die zweiten 45 Minuten. Die Kieler kamen dabei mit Vollgas aus der Kabine und konnten den Bundesligist zunächst hinten einschnüren. Nach einer Flanke von Patrick Hermann versuchte es der auffällige Aaron Seydel aus kurzer Distanz mit der Hacke, Koen Casteels war mit einer starken Reaktion jedoch zur Stelle. Die Gäste konnten aber weiterhin ihren Feldvorteil nicht richtig nutzen. Dabei wurde der verletzte Dominick Drexler schmerzlich vermisst, der im Laufe dieser Saison so viele gefährliche Angriffe der 'Störche' initiieren konnte und an 23 Treffern direkt beteiligt war.

Holstein Kiel v VfL Wolfsburg - Bundesliga Playoff Leg 2

Die Wölfe nahmen den Kampf komplett an


Für offensive Entlastungen konnten die Wolfsburger nur noch sehr selten sorgen, allzu viel zu tun hatte aber auch Koen Casteels, dank seiner aufmerksamen Teamkollegen, nicht. Nach rund einer Stunde flachte das Spiel zusehends ab. Den Gastgebern war deutlich anzumerken, dass ihnen gegen die gut eingestellten Niedersachsen nur wenig einfiel. Das Spiel war nun sehr zerfahren und die Wolfsburger nutzten jede Unterbrechung um die Uhr unerbittlich in Richtung Klassenerhalt weiterlaufen zu lassen. Beim Zweitligisten machte es den Anschein, als ob die Hoffnung immer mehr schwindet.


In der 74. Spielminute tauchten die Niedersachsen zum ersten Mal in der zweiten Halbzeit vor dem Kieler Gehäuse auf. Einen Schuss von Maximilian Arnold konnte Kenneth Kronholm nur ins Toraus abwehren. Arnold brachte die fällige Ecke in den Sechzehner, wo Robin Knoche völlig unbedrängt zum 1:0-Führungstreffer per Kopf einnickte. Von diesem Schock konnten sich die 'Störche' nicht mehr erholen. In der 82. Spielminute ließ Divock Origi nach einem Konter die Chance auf das 0:2 liegen. In der 86. Spielminute schöpften die Gastgeber noch einmal kurz Hoffnung. Ein Treffer von Rafael Czichos wurde aber von Schiedsrichter Daniel Siebert, nach Ansicht der Szene in der Review Area, aufgrund eines Handspiels zurecht wieder aberkannt.

Am Ende setzte sich in der Addition der beiden Relegationsspiele mit dem VfL Wolfsburg die clevere Mannschaft mit der höheren individuellen Klasse durch. Dabei kämpften die Kieler aufopferungsvoll, hatten aber vor allem im Rückspiel nicht die nötigen Mittel um die kompakte Defensive der Wolfsburger zu knacken. 


Spieler des Spiels:

Robin Knoche agierte in der Defensive sehr aufmerksam und besiegelt durch seinen 1:0-Siegtreffer den Klassenerhalt des VfL Wolfsburg endgültig.


Flop des Spiels:

Auch wenn man ihm in Sachen Einsatz nur wenig vorwerfen konnte, war Tom Weilandt nicht in der Lage Dominick Drexler adäquat zu ersetzen und blieb relativ blass.


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