Nach seinem freiwilligen Abgang aus der Domstadt wurde Jörg Schmadtke zum Sündenbock für die Talfahrt des 1. FC Köln ernannt. Lange Zeit hielt er sich zu diesem Thema bedeckt. Jetzt meldete sich der ehemalige Sportdirektor des Klubs zurück und machte deutlich, dass "gemeinsame Entscheidungen" für den Absturz verantwortlich gewesen seien.


Über vier Jahre lang fungierte Jörg Schmadtke beim 1. FC Köln und hatte großen Anteil daran, dass der Verein den Sprung aus der 2. Liga bis in die Europa League schaffte. ​Doch in dieser Saison folgte der Absturz und das Aus des Managers, und auch das zuvor kongeniale Duo Schmadtke/Stöger harmonierte mit einem Mal nicht mehr.

Im Interview mit ​rp-online.de schlug der 53-Jährige nun zurück und setzte sich dagegen zur Wehr, als alleiniger Sündenbock herhalten zu müssen: "Es waren immer gemeinsame Entscheidungen, für die mehrere Menschen verantwortlich waren. Die sind nicht im stillen Kämmerlein gefällt worden."


Schmadtke räumt Fehler ein, spricht sich aber von einer Alleinschuld frei


Zugleich machte Schmadtke keinen Hehl daraus, dass tatsächlich Fehler gemacht wurden: "Wenn eine Mannschaft von Platz fünf durchgereicht wird und mit drei Punkten vor dem letzten Spiel der Hinrunde auf dem letzten Platz dasteht, kann ja nicht alles richtig gewesen sein."


Den Worten des Ex-Managers ist zu entnehmen, dass der Stachel immer noch ziemlich tief sitzt: "Es ist schade, wenn vier Jahre, in denen ich dort sehr gerne gearbeitet habe, auf die letzten drei, vier Monate reduziert werden." 

Hamburger SV v 1. FC Koeln - Bundesliga

Stöger/Schmadtke: Einst ein kongeniales Duo, später nicht mehr auf einer Wellenlänge.


Doch warum wird in erster Linie der Mann für die Talfahrt verantwortlich gemacht, der zuvor mit seinen vielen richtigen Entscheidungen den Aufstieg des Klubs erst begünstigt hatte? Eine Erklärung hat Schmadtke dafür zwar nicht parat, zumindest doch aber eine Vermutung. Er geht davon aus, "dass es manchen hilft, wenn sie einem den Schwarzen Peter zuschieben können".